Heute, in Borken, mitten im NRW-Wahlkampfgetümmel.

Ein Besuch in der Kreisstadt Borken ist immer was Besonderes. Meist besonders ermüdend, weil besonders langweilig. Du kennst Borken? - Gut. - Dann weißt du ja was ich meine.
Heute - wir wollten irgendwas Körperpflegendes in der Filiale des alternativen Milliardärs Götz W. Werner kaufen - mussten wir quer über den weiten Marktplatz, auf dem, außer dem Wahlkampf zwischen einem SPD-Stand mit  fünf bis sechs Spdaktiven  einerseits und je einem FDP- und einem LINKE-Plakat andereseits, nur noch die übliche, diesmal polizeibewachte Langeweile tobte.
Nachdem wir unter den gleichgültig-wachsamen Blicken der Ordnungshüter in die Nähe des SPD-Standes kamen, wollten uns die besagten, aufgesetzt gutgelaunten Wahlkampfhelfer partout ihre Werbefleyer in die Hand drücken, und uns in ein Werbegespräch verwickeln, was wir aber, verkrampft geradeausblickend und kopfschüttelnd sozusagen verkniffen-nonverbal ablehnten.

Gott, waren wir spießig. Fast so wie Borken.

Aber hätte es was gebracht, sich auf ein Gespräch einzulassen?
Sicher nicht: Die haben Ihre Meinung, ersatzweise ein Wahlziel, wir haben unsere Meinung. Beide sind nicht kompatibel.

Aber wenn ich etwas gesagt hätte, dann hätte ich den SPDlern gesagt:

Ihr seid doch der reinste Etikettenschwindel:
Außen blassrot und innen nebeliggrau bis seeheimerschwarz.
Da wähle ich doch lieber richtig links. - Richtig rot.

Ich wähle die LINKE, die einzige ehrliche Alternative
zum neofeudalen Parteiblock der NED, der Neofeudalen Einheitspartei Deutschlands mit ihren Blockflöten:
der Schmiergelder kassierenden und neoliberale Umstürze organisierenden ( Beispiel: Honduras) Mövenpickpartei,
den angeblich christlichen, angeblich demokratischen, tatsächlich aber gutsherrlich-feudal orientierten Markt- und Mammongläubigen,
den vorgeblich ökologisch und sozial orientierten in Wahrheit aber zu Pöstchenjägern Verkommen,
den eigentlich gar nicht erwähnenswerten, politisch unterbelichteten, aber spalterisch vor den Karren gespannten Möchtegernpiraten bis hin zu
eurer gescheiterten Dritte-Weg-Partei á la Blair/Schröder, die den Anspruch sozialdemokratisch zu sein längst gründlich verspielt hat und mit ihrem derzeitigen Herumgeeiere und dem offenbaren Abzielen auf eine Große Koalition in NRW ganz sicher nicht wiedergewinnen wird.

Sicher:
Die LINKE wird als sed-konform und verfassungsfeindlich diffamiert,
sie wird mit randalierenden Links-Chaoten und stalinistischen Diktaturbefürwortern in einen Topf geworfen. Unbestritten. –
Aber wenn man sieht, wer dahinter steckt, seinerseits Wohltaten bis hinab in die untere Mittelschicht verspricht, dann aber immer wieder nur die oberen 10%, dafür aber massivst begünstigt, dann muss man blöd sein um nicht zu erkennen, was hinter diesen diffamierungen steckt: Unbändige wut darüber, dass hier jemand den neoliberalen Zug stoppen will und bodenlose Angst davor, dass es ihm gelingen könnte.
Darum wird diffamiert, was das Zeug hält.
So. Das mal zu sagen war gut. Und sicher besser hier, als auf dem leeren Markt in Borken.
20.04.2010 _ ptm

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